Indikation

SCIg ist zur Erhaltungstherapie bei chronisch inflammatorischer demyelinisierender Polyneuropathie (CIDP) zugelassen, sofern zuvor eine Stabilisierung unter intravenösem Immunglobulin (IVIg) erfolgt ist. Bei anderen Immunneuropathien, wie z. B. der multifokalen motorischen Neuropathie (MMN) sind SCIg nicht zugelassen.

Kontraindikation

  • Bekannte Überempfindlichkeit gegen humane Immunglobuline.
  • Schwerer Unverträglichkeitsreaktion auf frühere IVIg- oder SCIg-Infusionen, z. B. anaphylaktische Reaktionen.
  • Überempfindlichkeiten auf Bestandteile wie L-Prolin, Polysorbat , Chlorwasserstoffsäure, Natriumhydroxid.
  • Überempfindlichkeit auf Hyaloronidase (fazilitiertes SCIg- fSCIg).

Dosierung

  • Die initiale SCIg-Dosis entspricht der mittleren wöchentlichen IVIg-Dosis (1:1-Umrechnung). Ein geeigneter Dosis-Bereich ist daher 0,1–0,25 g/kg Körpergewicht pro Woche, aufgeteilt auf 1-3 Einzelgaben.
  • In einigen Fällen ist eine Dosissteigerung bei einer 1:1 Umrechnung im Verlauf notwendig.
  • Die Dosierung ist entweder an fixen Injektionswochentagen (z.B. jeweils Mi / Sa) oder in stets gleichen Intervallen (z.B. alle 3 Tage) möglich.
  • Beginn etwa eine Woche nach der letzten IVIg-Infusion.
  • Verabreichung erfolgt subkutan, meist über zwei Nadeln im Bauch- oder Oberschenkelbereich.
  • Infusionsgeschwindigkeit: zunächst 12 – 15 ml/h für 30 min, bei guter Verträglichkeit 25-30 ml/h, in Abhängigkeit von der Verträglichkeit weitere langsame Steigerung möglich
  • Bei Gaben von >20 g/Woche sollte die Verteilung auf mehrere Tage sowie die Verabreichung über unterschiedliche Injektionsstellen erfolgen.

fSCIg (fazilitiertes SCIg):

  • Ermöglicht höhere Volumina und höhere Infusionsraten pro Injektionsstelle.
  • Die rHuPH20-Komponente wird zuerst langsam subkutan an der gewählten Stelle infundiert. Dauer: etwa 1–2 Minuten.
  • SCIg nach Verabreichung der Hyaloronidase: zunächst 15 min 20 ml/h, bei guter Verträglichkeit auf  60 ml/h steigern, in Abhängigkeit der Verträglichkeit weitere Steigerung  bis auf 240 ml/h. Applikation alle 4 Wochen möglich.
  • Umstellung erfolgt äquivalent, erste Gabe 7 Tage nach letzter SCIg-Dosis.

Vortherapien - Abstand und Maßnahmen

Keine spezifischen Maßnahmen oder Abstände zu beachten.

Therapie - Monitoring

  • Kein spezifisches Monitoring während der Therapie notwendig.
  • Regelmäßige Überprüfung des therapeutischen Nutzens und Anpassung von Dosis und Therapieintervallen bzw. Therapiepausen (siehe allgemeiner Teil).

Patientenaufklärung und Patientenschulung

  • Ausführliche Schulung zur Handhabung, Hygiene, Geräteeinsatz und Anwendung durch medizinisches Fachpersonal erforderlich.
  • Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen (lokale Reaktionen, Infusionsreaktionen, Unverträglichkeiten) und Verhalten im Nebenwirkungsfall (sofortiger Abbruch der Injektion, bei Persistieren von Symptomen Kontaktaufnahme und Vorstellung beim Behandler), ist obligatorisch.
  • Patient:innen sollten eine schriftliche Einverständniserklärung zu unterzeichnen. Diese kann sich an den Aufklärungen zu IVIg orientieren.

Autoren

Prof. Dr. med. habil. Petra Baum, Universitätsklinikum Leipzig

Prof. Dr. Kathrin Doppler, Universitätsklinikum Würzburg

Prof. Dr. med. Thomas Skripuletz, Medizinische Hochschule Hannover

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Aktueller Informationsstand: 18.04.2026, 17:16:12